LGT Young Soloists mit Esther Yoo, Violine Moderne Klassik mit jungen Talenten (Robert-Schumann-Saal)

Normalerweise erwartet man/frau ja auch bei moderner Klassik Musiker gesetzten Alters, welche dann ebenso gesetzt ihre Musik zelebrieren. Das hier war aber eher ein heißes Rockkonzert mit klassischen Instrumenten. Vom ersten Ton an waren wir gebannt von der munteren und präzisen Spielweise der Musiker.

Da waren Kinder bei, welche ebenso begeistert und bei der Sache waren wie die „Älteren“.

Wir merkten bei jedem/r Musiker*in die Spielfreude, die auch im Gesicht zu lesen war, insbesondere, wenn zwei Musiker*innen als Soloisten zusammenspielten. Viele der Komponisten waren uns wenig bekannt oder gänzlich unbekannt, insbesondere, wenn es welche aus dem 20. Jahrhundert waren.

Es fing an mit einem Stück von Gustav Holst (1874-1934), welches unter der Leitung des Young Soloists-Mitgründers Alexander Gilmann (36) mitreißend begann. Es ging weiter mit einer Romanze von Max Bruch (1838-1920), ein inniges Stück, von der Solistin Anuschka Pedano an der Viola hingebungsvoll dargebracht. Ein Gran Duo Concertante für Violine und Kontrabass von Giovanni Bottesini (1821-1889), folgte. Ludwig Balser und Dusan Kostic waren die Ausführenden. Nach der Pause gab es ein Doppelkonzert für zwei Violinen und Streicher von Michael Fine. Der Star des Abends, Esther Yoo, eine 24-jährige US-Amerikanerin solierte zusammen mit David Nebel, einem 22-jährigem Schweizer Violinisten.

Dann kam eine Polonaise für Cello und Streicher von David Popper (1843-1913). Ein junger Mann aus dem Orchester stellte sich vor mit den Worten: „Ich heiße Philipp Schupelius, bin aus Berlin und bin 15 Jahre alt.“ Er legte los und das gesamte Auditorium war begeistert und das wusste er wohl schon vorher, welches man an seinem gewinnendem Lächeln merkte.

Eine Pampeana (Region in Argentinien) für Violine und Streicher von Alberto Ginastera (1916-1983), wurde von Christa-Maria Stangorra (23) bravourös musiziert. Als krönender Abschluss kam noch einmal Esther Yoo als Solistin zur Geltung mit dem Valse Scherzo für Violine und Streicher von Tschaikowski (1840-1893). Natürlich gab es unter tosendem Applaus eine Zugabe.

Dieses Streicherkonzert junger Musiker*innen im Alter zwischen zwölf und dreiundzwanzig war ein unerwartetes Feuerwerk von meisterlich dargebrachte Musikstücken verschiedener Epochen. Die meisten Solierenden spielten ohne Noten, wie auch alle Musiker*innen beim ersten Stück.

Von Ronald Steinert und Ulrike Latatz

Ronald Steinert
Musik – Schreiben – Lebenskunst
Fest: 0211 / 98 91 771
Mobil: 0152 53 59 58 61
E-Mail: Ronald.Steinert [at] kulturliste-duesseldorf [dot] de